Ein Prompt ist eine Arbeitsanweisung an ein Sprachmodell. Die meisten schwachen Ergebnisse entstehen nicht, weil das Modell etwas nicht kann – sondern weil die Anweisung Spielraum lässt, den das Modell anders füllt als gedacht. Vier Bausteine schließen diesen Spielraum:
1. Rolle
Sag dem Modell, als wer es antworten soll. Eine Rolle bündelt hunderte Einzelanweisungen: Ein „erfahrener Code-Reviewer, der konstruktiv, aber direkt ist" priorisiert automatisch anders als ein „geduldiger Tutor für Anfänger".
Du bist ein erfahrener technischer Redakteur. Du schreibst präzise, ohne Füllwörter, und bevorzugst aktive Formulierungen.
2. Kontext
Alles, was das Modell wissen muss, aber nicht wissen kann: Zielgruppe, Vorwissen, Projekt-Konventionen, was schon versucht wurde. Faustregel: Was du einem neuen Kollegen am ersten Tag erklären müsstest, gehört in den Kontext.
3. Aufgabe
Eine klare, überprüfbare Aufgabe – am besten mit Kriterien. „Fasse zusammen" ist vage; „Fasse in maximal fünf Stichpunkten zusammen, je ein Satz, wichtigstes zuerst" ist überprüfbar. Wenn du selbst nicht sagen kannst, woran du ein gutes Ergebnis erkennst, kann es das Modell auch nicht.
4. Format
Lege die Ausgabeform explizit fest: Markdown-Tabelle, JSON mit festen Feldern, nummerierte Liste, nur der Code ohne Erklärung. Modelle folgen Formatvorgaben erstaunlich zuverlässig – wenn sie existieren.
Alles zusammen
Du bist ein erfahrener Code-Reviewer. ← Rolle Das Team nutzt PHP 8.3 und Laravel, Fokus auf Lesbarkeit und Sicherheit. ← Kontext Prüfe den folgenden Code auf Bugs, Sicherheits- probleme und Stil. Nenne maximal die 5 wichtigsten Punkte, sortiert nach Schwere. ← Aufgabe Antworte als Markdown-Liste: **Titel** – Erklärung – Vorschlag als Code-Block. ← Format
In der Community findest du viele Prompts, die genau diesem Muster folgen – zum Beispiel unter Coding & Entwicklung. Lies zwei, drei davon mit diesen vier Bausteinen im Kopf: Du wirst das Muster sofort wiedererkennen.